Projektnutzen

Mit der nationalen Prozessbibliothek wird die erste ebenen übergreifende, kostenfreie Plattform für Prozesswissen in der öffentlichen Verwaltung geschaffen. Die demografischen Veränderungen der Bevölkerung bedingt auch in der Verwaltung Veränderungen im derzeitigen Wissensmanagement. Der hier aufgegriffene Ansatz der Bibliothek als Ort der Wissensbewahrung und –mehrung trägt diesen Veränderungen Rechnung. Die Verbindung digitaler Bibliotheksfunktionen (wie z.B. archivieren, wiederauffinden, ergänzen von Informationen) mit kollaborativen Web 2.0-Funktionen (wie z.B. Forum, Wiki, eLearning, Kommentare, Feedbacks) bildet die Grundlage für die Sicherung und Verbreitung von inhärent vorhandenen Wissen bei. Zudem soll es möglich sein, Bausteine für häufig wiederkehrende Prozesse bzw. Prozessschritte (Dienste) abzugrenzen und die so abgeleiteten Lösungsansätze mehrfach nutzbar zu machen. So kann das Prozesswissen als Basis für den Auf- und Ausbau von Shared Service Centern (SSC) in der öffentlichen Verwaltung dienen. Die Erweiterung der Wissensbasis D115 durch die Aufnahme neuer Prozesse innerhalb der Bibliothek und die Identifikation von „Best Practices“ stellen weitere Nutzungspotentiale für die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland dar. Wie bei jeder Prozesserhebung und –dokumentation fördert die Nationale Prozessbibliothek letztendlich auch die Transparenz bezogen auf Prozessschritte, Kosten und beteiligten Organisationseinheiten.

Aber nicht nur die Institution „öffentliche Verwaltung“ kann einen Mehrwert erzielen. Den Mitarbeitern in der öffentlichen Verwaltung stehen mit der Plattform Möglichkeiten zur Verfügung, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, ihr Wissen über Methoden, Philosophien, Prozessabläufe, Werkzeuge auszubauen und somit die Qualität der verwaltungsinternen Kommunikation zu verbessern. Die kollaborative Wissensbasis befähigt zudem zum Selbstorganisierten Lernen (SOL) und andere persönliche Qualifizierungsmaßnahmen. Des Weiteren ermöglichen die integrierten Editierungs- und Modellierungsfunktionalitäten eine aktive Anwendung des Wissens um und über Prozesse. Gleichzeitig soll das aufbereitete Wissen unterschiedliche Perspektiven oder Sichten (wie z.B. strategische; operative oder informationstechnische Sicht) bedienen.

Die Prozesse und Prozessbausteine in der Bibliothek werden, soweit sie eGovernment-Lösungen beinhalten, erkennbar den jeweiligen Lösungen zugeordnet. Ziel ist es, deren Verbreitung in der deutschen Verwaltungs(prozess)landschaft zu fördern.