Einführung

Im Forschungsprojekt „Nationale Prozessbibliothek“ (NPB) entwickeln Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin und des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam eine Konzeption für eine Prozessbibliothek, das ein Repository aller deutschen Verwaltungsprozesse darstellt und somit den umfassenden Überblick und die weitere Nutzung des vorhandenen Prozesswissens unterstützt.
Im Vordergrund steht daher die Sammlung aller Prozesse aus allen Verwaltungsebenen. Erfasst werden sowohl interne Prozesse als auch (externe) Prozesse aus Interaktion und Kooperation mit Bürgern und Wirtschaft.

Offener Ansatz
Dabei steht nicht die Standardisierung der Prozesse im Vordergrund – vielmehr wird ein offener Ansatz verfolgt, der die vorhandene Methodenvielfalt unterstützt. Dies bedeutet, dass es keine Restriktionen bzgl. gewählter Modellierungssprachen oder der jeweiligen Werkzeuge geben wird.
Eine derartige Vielfalt, so wünschenswert sie ist, impliziert anspruchsvolle Herausforderungen an die Wirtschafts‐ und Verwaltungsinformatik, die in dem hier vorgeschlagenen Forschungsvorhaben anwendungsorientiert angegangen werden sollen.
In einem ersten Schritt werden die in der Praxis verwendeten Modellierungssprachen und –werkzeuge erfasst und Möglichkeiten der Transformation erarbeitet. Um den offenen Ansatz zu wahren und die Unterstützung verschiedener Prozesssichten zu gewährleisten, wird im Rahmen des Forschungsprojektes ein gemeinsames Metadatenmodell bzw. ein ebenen übergreifender Ordnungsrahmen entwickelt.

Prozesswissen teilen - mehren
Es wird eine enge Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft angestrebt, um bereits vorhandene Erfahrungen zu bündeln, Wissen zu teilen und die föderale Zusammenarbeit zu verbessern. Diese Abstimmpartner bilden somit den Ausgangspunkt der angestrebten Community, die (zum größten Teil) nur den Mitarbeitern in der öffentlichen Verwaltung offen stehen wird.

Ziel ist es, die Kollaboration innerhalb der Verwaltungen aber auch verwaltungsebenen- bzw. institutionenübergreifend auszubauen. Dafür werden etablierte Community-Funktionen, wie Foren, Wikis oder Tutorien eingebunden

Kontakt:
Georg Gelhausen, Bundesministerium des Innern,
georg.gelhausen[at]bmi.bund.de
Norbert Ahrend, Humboldt-Universität zu Berlin,
ahrendno[at]staff.hu-berlin.de